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aw: Zwangsabtreibungen   guter beitrag schlechter beitrag
Shiner
16-jul-04
@ Johann
"Verstehst du warum ich es trotz allem für und wieder,Abtreibung für Mord halte."
Das kannst du halten wie du willst, leider haelt deine Haltung keiner rationalen Beurteilung stand:

Mord ist allgemeinerweise als die ungesetzliche und vorsätzliche Tötung von Menschen definiert.
Ohne jetzt im Detail auf die wissenschaftliche Definition des Menschen einzugehen, wrd der Mensch im Allgemeinen durch das Vorhandensein eines Bewusstseins definiert. Damit kann man ein mit was auch immer fuer Informationen ausgestattetes Zellkonglomerat wohl nicht als Menschen bezeichnen. Das Vorhandensein von Erbinformationen alleine definiert keinen Menschen (jede einzelen Koerperzelle enthaelt Erbinformationen).
Selbst wenn man den herangewachsenen Foetus als Mensch definiert, ist Abtreibung, soweit sie in einem gesetzlichen Rahmen stattfindet, per Definition weder Mord noch vorsaetzliche Toetung und damit jederzeit "Legitim oder Vertretbar"
 
 
aw: Zwangsabtreibungen   guter beitrag schlechter beitrag
Johann
16-jul-04
@Shiner
"Das kannst du halten wie du willst,leider hält deine Haltung keiner rationalen Beurteilung stand:"

Welche rationaler Beurteilung ? die des Staates die per Gesetze Festlegt was Leben bedeutet oder nicht !
Welch Armselige Begründung wenn es so sei.

"Mord ist allgemeinerweise als die ungesetzliche u. vorsätzliche Tötung von
Menschen definiert."

Das heisst weil es das Gesetz erlaubt,ist es Legitim oder Vertretbar wie du sagst !

"Ohne jetzt im Detail auf die wissenschaftliche Definition des Menschen einzugehen,wird der Mensch im Allgemeinen durch das Vorhandensein eines Bewusstseins definiert.Damit kann man ein mit was auch immer für
Informationen ausgestattetes Zellkonglomerat wohl nicht als Menschen bezeichnen."

Was ist die Wissenschaft ? Eine aufgestellte These die solange Bestand hat,bis Sie durch eine neue These wiederlegt wird.Genau dieses Zellekonglomerat und keine Körperzelle ist in der Lage zu einen Menschen heranzuwachsen,und somit hat es ein Bewusstsein,und auch eine Seele.
Nur das es mit Technischen Geräten zur Zeit noch nicht messbar ist.Aber über die Kinesiologie zb. oder der Familiensystem Aufstellung.Jeder der ernsthaft und lange damit Arbeitet wird dir bestätigen das in dieser kleinen
Zelle bereits Leben,Bewusstsein oder auch Seele vorhanden ist.Es ist fühl und messbar Aufgrund der Körperreaktionen.
 
 
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Petermedia
17-jul-04
@Yohann

Jeder kann ja zu Abtreibung eigener Meinung sein, und gerade in einem Forum wirst du nie einen gemeinsamen Nenner finden. Für Zwangsabtreibungen wird sich wohl niemand ausprechen. Aber wenn du jetzt auch noch den ganzen Pseudowissenschaftlichen Kram hier als Argument reinbringst machst du dich für mich unglaubwürdig. Dieses Thema ist eine Glaubensfrage und lässt sich nicht wissenschaftlich und erst recht nicht pseudowissenschaftlich kären
 
 
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BelaBee
17-jul-04
alternative:

http://homepage.mac.com/jholzner/iMovieTheater41.html

(jetzt fehlen eigentlich nur noch Onan-in-der-Wüste-Moralpredigten)
 
 
aw: Zwangsabtreibungen   guter beitrag schlechter beitrag
gelesen
18-jul-04
Die USA weigert sich im UN-Bevölkerungsfonds wegen der Zwangsabtreibung in China einzuzahlen.

http://de.news.yahoo.com/040716/286/44db4.html
 
 
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chin. individuell
18-jul-04
@ xiaojo
"In china hätte ich "mit meiner in D. geprägten Erziehung" zur Selbstjustiz gegriffen und wäre wohl in einem Lager gelandet."
was heisst in einem lager gelandet waere? habe im woerterbuch nicht gefunden. und, wo passiert denn das geschehen bei dir?

"besteht der grösste Druck zur Abtreibung in der Familie selbst, wenns ans Geld geht"
vermutlich hast du die armen gebiete chinas noch nicht entdeckt. in den armen gebieten, z.b. anhui provinz, bleibt die wirt. entwicklung so rueckstaendig, dass die lokalen glauben, nur ein sohn kann ihr lebensalter garantieren. grund 1: unvollkommene sozialsystem. es kommt hinzu, dass das bewusstsein der lokalen bleibt noch feudalistisch gepraegt dass nur ein sohn kann fortfuehrung der sippe. eine familie ohne sohn wird von anderen doerfern diskriminiert in vielen faellen, beispielsweise bei landverteilung eines dorfes hat ein maedchen/eine single frau kein recht darauf. also grund 2: uebriggebliebene feudalistische idee.

aus den 2 gruenden wollen die lokalen familien, wenn sie nicht so gluecklich das 1. kind einen sohn bekommen, weiter kinder gebaeren, bis endlich ein sohn in die welt gebracht wird. und sie sind so hartnaeckig und unausgebildet, dass sie die lokale regierung gar nicht anhoeren moechten. sie haben gar kein bewusstsein was die staatliche politik ist, oder was eine strafe besteht, auch wenn sie von einer zwangsabtreibung erfahren, wollen sie absichtig pregnant doch noch.

@ alle
nehmen wir an, ohne zwangsabtreibung, was wird dann gemacht zu den o.g. leuten? nichts dagegen machen, lassen sie nach mehreren geburten von tochtern sohn haben? wie werden die unschuldigen tochtern gewachsen, wenn der sohn der einzig schwerpunkt der armen familie? werden die tochtern gesund gewachsen und bekommen alle was ein kind im erwachsen benoetigen? Wenn man gegen zwangsabtreibung, hat man irgendeinen besseren vorschlag?
 
 
aw: Zwangsabtreibungen   guter beitrag schlechter beitrag
BelaBee
18-jul-04
Zwangsabtreibung ist ein restriktives Mittel gegen einen Rechtsverstoß, das aber – je nach Auslegung – zu Menschenrechten und den zuerkannten chinesischen Grundrechten im Kontrast steht. Damit ist das Thema nicht nur moralisch (je nachdem, wie erzkatholisch man sich die Weltordnung vorstellt ;) sondern auch juristisch brisant (dazu kann uns steve tianjin vielleicht mehr sagen. Ich meine, daß 2002 eine Lockerung der Ein-Kind-Politik durchgesetzt wurde und Zwangsabtreibungen & Sterilisationen seitdem eigentlich offiziell abgeschafft wären.).

Vorschläge: Ein erster Schritt wäre die bessere sexuelle Aufklärung der Jugend auf dem Land wie auch bezüglich der Anerkennung eines gleichgestellten gesellschaftlichen Status der Frau. Dadurch könnte man z.B. das Problem der ungerechten Landverteilung lösen. (Ist auf dem Land nicht ein zweites Kind erlaubt, wenn erstes Kind ein Mädchen ist?). Wohlstand würde sich dann bespielsweise bei der Eheschließung zweier (eben Mann und Frau!) Besitzender vermehren, wodurch sich auch die Situation der Eltern verbessern würde.

Eine langfristige Lösung des Bevölkerungswachstums kann sicherlich allenfalls durch einen verbesserten Lebensstandard erzielt werden – und da haben wir den Teufelskreis. Mehr Kinder erhöhen unmittelbar die Chance auf eine Versorgung im Alter (denn in der von dir beschriebenen Situation ist es aus Sicht des Einzelnen ja durchaus sinnvoll, mehrere Kinder zu haben). Mehr Mäuler bedeuten aber langfristig auch – mehr Armut. Also muß die Altersversorgung auch ohne ein Rudel Nachkommen gesichert werden.
Eine langfristige Lösung scheint also nur ein politisch stabiles China zu sein, daß sein Wirtschaftswachstum halten kann und die Altersversorgung v.a. in den armen Gebieten in den Griff bekommen wird.
 
 
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SteveTianjin
18-jul-04
Ich beteilige mich ungern an einer Diskussion über ein ernstes und sehr kompliziertes Thema, wenn der moralische Zeigefinger über allem steht.

Wer sich auch nur im Ansatz beginnt mit China zu beschäftigen, wird schnell feststellen, daß man unsere westlichen Werte und Vorstellungen so einfach dort nicht anwenden kann.
Meine juristische Einschätzung:
Was Recht ist, dürfte klar sein, denn der Staat hat diese Praxis als gültige Rechtspraxis eingeführt, egal was wir darüber denken.

Bis vor wenigen Jahren verlangte der Staat konsequent die Einhaltung der Ein-Kind-Regel und hat die Kontrolle über die straff organisierten Strukturen aller Lebensbereiche der Bevölkerung stattfinden lassen.

Das Thema ?Überbevölkerung? spare ich hier aus, dazu reicht der Platz hier nicht.

Aber einige Pauschalaussagen möchte ich dennoch machen, selbst auf die Gefahr hin, daß einige Teilnehmer rot anlaufen, platzen oder Morddrohungen gegen mich ausstoßen.

Selbst wenn sich eine Tendenz zu mehr Demokratie und Selbstbestimmung bei der chin. Bevölkerung abzuzeichnen scheint, wird es nach meiner Einschätzung selbst dann nicht zu einer Explosion der Geburtenraten kommen, wenn die Regierung die 1-Kind-Regel aufheben würde.

Einerseits führt der blinde Gehorsam der Menschen, welcher aus gutem Grunde nicht abgeschafft werden wird, zur Beibehaltung der Politik, andererseits liegt es auch überhaupt nicht in der Natur der chinesischen Seele, größere Familienstrukturen zu bilden und durch ein ausgeprägtes Sozialverhalten für das Wohl der Familie zu sorgen.

Das Verhalten der meisten Chinesen ist in der heutigen Zeit eher als asozial zu bezeichnen, da jeder Einzelne als ?Kleiner Kaiser? herangewachsen ist und das Bewußtsein für soziale Verantwortung nie hat entwickeln können.

In China gibt es keinen Gemeinschaftssinn, kein Verantwortungsgefühl für den Mitmenschen und nicht einmal Verbundenheit mit dem Staat an sich.
 
 
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SteveTianjin
18-jul-04
...
Nachbarschaftliche Verbindungen sind zu Zweckgemeinschaften ohne persönliche Bindungen verkommen und hatten viel zu lange nur den Zweck gegenseitiger Kontrolle und Bevormundung.

Über Kritikfähigkeit, vor allem aber die Tugend der gesunden Selbstkritik, kann man bei Chinesen nicht gerade sprechen.

Es gilt als nachahmenswert, was sich als nützlich und profitabel erwiesen hat. Eigeninitiative und selbständiges Denken werden bestraft, wozu also über den Sinn der 1-Kind-Politik nachdenken. Nützlich ist nur der blinde Gehorsam und das Vermeiden unangenehmen Auffallens.

Über andere, sinnvollere Lösungen nachdenken? Wozu, wenn der Weg des geringsten Widerstandes zur Konfliktvermeidung beiträgt.

Alternativen für diese Regel werden nicht angedacht, denn das Wort Innovation habe ich im chinesischen Wörterbuch noch nicht gefunden. Das würde ja eigenständiges Denken und Kritik einer bestehenden Meinung und Regel bedeuten, unmöglich!

Wie oft haben wir im Forum über die vergeblichen Versuche gesprochen, wenn es um Motivation und Steigerung der Produktivität bei den chinesischen Mitarbeitern und Kollegen geht?
Loyalität zum Unternehmen, den Kollegen, dem eigenen Produkt oder gar der Arbeitsleistung, scheint es nicht zu geben.
Überhaupt fehlt den meisten Chinesen jede Sensibilität und Mitgefühl, auch wenn Sinologen und verblendete Touristen in der einschlägigen Fachliteratur andere Aussagen darüber lesen und aus dem ganzen Hokuspokus über die Sitten und Gebräuche in China fälschlicherweise ableiten, es müsse sich bei den Chinesen um ein sehr gebildetes und kulturell hoch entwickeltes Volk handeln.

Vorsicht, ich spreche hier nicht von der chinesischen Geschichte und die tolle (marode) lange Mauer, sondern von den Menschen aus allen Gesellschaftsschichten Chinas, die mir in den letzten 10 Jahren begegnet sind.

Wenn es dazwischen nicht ein paar wenige, ganz herausragende Persönlichkeiten mit menschlichen Eigenschaften gegeben hätte, ......
 
 
aw: Zwangsabtreibungen   guter beitrag schlechter beitrag
SteveTianjin
18-jul-04
.....
wäre ich längst nicht mehr dabei und hätte die Segel gestrichen.

Ich habe es ja gesagt, der Platz reicht nicht aus, es gibt dazu viel mehr zu sagen und bedarf einer guten Beobachtungsgabe.

Wirtschaftswachstum in den Metropolen, Glitzerfassaden und Leuchtreklame sind genau so wenig ein Beweis für ein entwickeltes China, wie die hochnäsigen chinesischen Studenten in USA und Europa, die als Kenner der Welt in ihr Land zurück kehren und im Grunde nichts dazu gelernt haben.

Nur tragen sie jetzt Markenschuhe und schmücken sich mit dem Studium im Ausland.
Einbildung ist auch eine Art von Bildung!

Unsere europäische Denkweise haben sie jedenfalls kaum verstanden und verschließen die Augen vor allem, was nicht ins Konzept paßt.

Solange es ein Mitgefühl für das werdende Leben, das seelische Leid einer Mutter, die das Kind abteiben muß, nicht gibt, kann sich auch nicht der Anspruch auf den Schutz der Familie entwickeln.

Der einzelne Mensch gilt in China eben nicht viel, jeder ist nur von egoistischen, meistens materiellen Wünschen getrieben und hat als Einzelkind wohl auch keine andere Chance.

Selbst wenn die 1-Kind-Politik aufghegeben würde, wäre bei der heutigen Generation wohl kaum der Wunsch nach mehr als einem Kind vorhanden, eben aus Gründen der Karriere und mit finanziellem Hintergrund.

Mittlerweile haben wir ja auch in Deutschland eine Bewegung hin zur 1-Kind-Politik, denn wer kann sich in Deutschland noch Kinder leisten?

Steve
 
 
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Godfather
19-jul-04
Steve,

ich habe das Gefühl, dass du mit deinem Beitrag vielen aus dem Herzen gesprochen hast. Meine Erfahrungen hier reichen (noch) nicht dazu, das von dir geschriebene zu widerlegen oder zu bestätigen.

Auch wenn die persönlichen Erfahrungen auch immer Einzelfälle bleiben, so fügen diese sich doch mit der Zeit zu einem Bild über eine Gesellschaft bzw. eine Gesellschaftsschicht zusammen.

Meine herausragenden Erfahrungen und Beobachtungen waren in den letzten Wochen auch nur von Chinesen geprägt, die sich durch Gier nach Geld und Selbstüberschätzung durch ihr Einkummer für mich als interessante Menschen herabqualifiziert haben.

Die von dir genannten kleinen Kaiser sowie der Streben nach finanzieller Unabhängikeit bzw. nach Reichtum läßt hier scheinbar so einige verblenden und ich sehe mich mit Charaktereigenschaften konfrontiert, die ich bei uns schon (fast) ausgestorben sah. Das sind aber nur ein paar beispiele und möchte das nicht analog auf alle Chinesen angewedet sehen.

Dennoch bleibt die Frage, ob es die schlechte chinesische Seele ist oder doch vielleicht einfach nur das Verlangen, dass es einem und seinen Kindern einfach mal besser geht. Nachdem dieses Land schon seit Jahrzehnten in Armut lebt ist es nicht verwunderlich, dass viele einfach auch was von dem Kuchen abhaben möchten. Bei uns geht das mit Gesetzten, das geht ja so weit, dass Seilbahngesetze für Länder verabschiedet werden müssen, die allenfalls über Hügelchen verfügen. Hier verlassen sich die Leute nicht auf das Gesetz oder den vorhandenen (Un-)Rechtsstaat. Hier muss man die Sachen in die eigene Hand nehmen und das Beste für sich herausschlagen. Würde ich einer Generation angehören, die über Jahrzehnte in manchen Fällen noch nicht mal im Kreise der Familie offen reden konnte, würde ich wohl auch wenig Vertrauen haben.

Was mich hier aber immer wieder auf innerlich auf die Palme bringt, ist die teilweise Unfähigkeit bzw. Unwillen sich zu (für uns) wichtigen Themen eine...
 
 
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Godfather
19-jul-04
Meinung zu bilden. Wenn ich mir anschaue, so wie gestern passiert, dass zu dem Thema Todesstrafe nur ein "Ich habe keine Meinung darüber" kommt und das Thema gewechselt wird, dann gehört das für mich schon in die Ecke geistige Armut, ganz egal wie die kulturellen Unterschiede sind.

Zaijian
God
 
 
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oOWOo
19-jul-04
Kurz nur eine Richtigstellung der Zahlen:

Die Geburtenrate Frauen-Maenner ist nicht bei 100:177, sondern bei 100:117.

Quelle: SCMP vor ein paar Tagen

Dort hiess es auch, dass China massiv eine "Aufwertungskampagne" fuer Frauen starten will.
 
 
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Godfather
19-jul-04
Meine Freundin sagte mir zu dem Thema auch, dass in den Großstädten die Lage nicht so prekär wäre und hier die Töchter einen höheren Stand genießen als auf dem Land.

Zaijian
God
 
 
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Johann
19-jul-04
@Steve,Godfahter
Nach langer Zeit hier im Forum mal wieder eine ehrliche und Wertfreie Antwort auf ein dunkles Thema in China.Das könnte ich nicht besser machen,zumal meine Stärken nicht im Schreiben,sondern Aufgrund meiner Arbeit in den dazwischen liegt,dem was nicht Ausgesprochen wird
aber dennoch vorhanden ist.Dafür aber mit beachtlichen Resultaten.
 
 
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SteveTianjin
19-jul-04
Die Diskussion um das Für und Wider einer Geburtenkontrolle, egal ob in China oder in einem anderen Land dieser Welt, wird ja leider oft nur einseitig geführt, ohne die eigentlich Betroffenen um ihre Meinung zu fragen.

Die politische Zielsetzung einer Regierung, nämlich die Versorgung der sowieso schon kritisch hohen Anzahl seiner Bürger sicher zu stellen, ist nur eine Seite der Medaille.

Beide Elternteile in die staatlich straff durchorganisierten Produktions- und Wirtschaftsstrukturen dauerhaft einzubinden, die Versorgung des Nachwuchses unter staatliche Kontrolle zu stellen und die Entstehung von Großfamilien von vornherein zu unterbinden, hat sicherlich überwiegend Gründe, die mit den uns bekannten Verhältnissen der Ex-DDR bekannt sind.

Die Staat-Raison zu garantieren und eigenständiges Denken zu unterbinden, erscheint mir aus der Sicht der politisch Verantwortlichen sogar verständlich, denn so einfach ist die Handhabung demokratischer Strukturen nun auch wieder nicht.

Da ich viele Jahre in unterschiedlichen Ländern verbracht habe, erscheint mir China da keine Ausnahme zu sein, denn auch für andere Staatsformen und Systeme, die ich habe kennen lernen können, halte ich eine Demokratie nach unserem westlichen Strickmuster nicht für anwendbar.

Die schrittweise Öffnung eines Landes und vorsichtige Anpassung an westliche Systeme muß sehr bedächtig erfolgen, da die letzten Kapitel der chinesischen Geschichte weitaus mehr Schaden an der chin. Seele angerichtet haben, als den Menschen bewußt zu sein scheint.

Das kleine Sahnehäubchen der chinesischen Eliten in Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Politik, welche sich uns gegenüber als sehr fortschrittlich und aufgeschlossen geben, sind in keiner Weise als repräsentativ für das gesamte Land anzusehen.

Aus einem offenen Gespräch mit einem Intellektuellen in China über diese Problemfelder und mögliche Lösungsansätze für ein ?besseres China der Zukunft?, kann man auf keinen Fall ableiten, ...
 
 
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SteveTianjin
19-jul-04
.....
daß das Land für fundamentale Änderungen vorbereitet ist.

Auch im ?alten? China gab es immer Menschen, die über internationale Kontakte verfügten, ins Ausland reisen durften und schon damals über den Tellerrand schauen konnten, da ihnen die Mißstände und Notwendigkeit von Reformen bewußt waren.

Heute sieht die Sache anders aus. Da strömen Massen von Studenten und Wirtschaftsdelegationen und sogar Touristen ins Ausland, scheinen offensichtlich begierig die Vorteile westlicher Systeme in sich aufzunehmen und erwecken bei uns den Anschein, China werde unverzüglich das eigene System umbauen.

Leider sind aber die Meinungen von Querdenkern und innovativen Köpfen in China überhaupt nicht gefragt, Systemkritik wird auch heute noch nicht zugelassen.

Die ?freien? Köpfe bleiben somit einfach irgend wo im Ausland und genießen das Leben im Westen.

Der Rest begnügt sich mit der Teilhabe am wirtschaftlichen Aufschwung und bildet sich sein eigenes kleines Umfeld, eine Insellösung.

Von einem allgemeinen gesellschaftlichen Umbau kann man nicht sprechen, weil jeder nur seine persönlichen Vorteile versucht sicher zu stellen, z.B. durch die Tätigkeit für ein westliches Unternehmen in seinem Land.

Frustrierend empfinde ich das Verhalten der jungen Leute, die oft als Studenten ihre guten Chancen nicht nutzen und die Transition selbst einfach nicht bewältigen.

Aufsaugen von westlichem UNI-Saft, das Sammeln von international anerkannten Diplomen und Zertifikaten, abends Abtanzen und Feiern in westlichen Discos, schlaue Sprüche klopfen und daneben Protzen mit der 150.000-jährigen Geschichte ihres Landes, das sie selbst überhaupt nicht kennen.

Wenn diese Experten nach möglichen Reformen für ihr Land gefragt werden, reagieren sie meistens brüskiert und tief beleidigt oder sind völlig ratlos, weil sie ihren Anteil an der Gesamtverantwortung für die Entwicklung Chinas noch nicht begriffen haben.

Jede auch nur so kleine Kritik an China wird mißverstanden .....
 
 
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SteveTianjin
19-jul-04
.....
und pauschal zurück gewiesen.

Wer die Diskussionen hier im Forum verfolgt, kann manchmal nur den Kopf schütteln.

Da hat sich manch ein Zeitgenosse seine berufliche Nische gesucht, genießt seinen Drink bei ?Bobby Reich? an der Alster, kennt die Hamburger Szenelokale bestens und brüstet sich mit Modebewußtsein und seiner Zugehörigkeit zur Klasse der Reichen und Schönen.

Kommt es aber zu ernsthaften Diskussionen, erfolgt nur ein Abfeuern von Kanonen und alle Kritik wird schärfstens zurück gewiesen. Worauf wird verwiesen? Natürlich auf die Kolonialgeschichte und die Arroganz der westlichen Welt, daneben natürlich auf die lange Mauer und die glorreiche chinesische Geschichte!

Was haben diese Traumtänzer selbst zu der Geschichte und der Entwicklung ihres Landes beigetragen? NICHTS.

Was mein Blabla mit dem Thema ZWANGSABTREIBUNGEN zu tun hat?

Ob Frauen in China zur Abtreibung gezwungen oder gedrängt werden, welche Formen einer geregelten Geburtenkontrolle für die ganz speziellen Verhältnisse in China sinnvoll sein könnten, wer will mit wem darüber diskutieren?

Die noch sehr rückständige Selbstbestimmung der Menschen dürfte solch eine Diskussion aktuell als kaum nützlich erscheinen lassen.

Wie auch in anderen Ländern geht ein Verständnis für den Sinn einer guten Familienplanung immer einher mit der Bildung des Menschen. Gute Schulnoten verstehe ich nicht als Nachweis eines hohen Bildungsniveaus. Das schließt nach meiner Einschätzung auch die Gruppe der chinesischen Studenten in Deutschland ein, die nach Rückkehr in ihr Land oft im Wahnsinnstempo die Reintegration schaffen.
Da wird nach wenigen Tagen auf heimatlichem Boden wieder gerotzt, in den Park gepinkelt, geschlurft und sonstwie asozial gegenüber den eigenen Landsleuten ein Verhalten an den Tag gelegt, daß man sich nur wundert. Überall in der Wohnung liegen die Erinnerungsfotos aus Deutschland herum, nur krabbeln die Kakalaken darüber hinweg .....
 
 
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SteveTianjin
19-jul-04
......
und ein Blick in Bad und Küche runden das Bild ab!

In der ganzen Diskussion hätte man doch sicher die Beteiligung von Frauen erwartet, denn wieder einmal sprechen überwiegend Männer (und heranwachsende Männer) über ein Thema, das vor allem die Frauen betrifft.

Ich will auch erklären, wieso ich so unverblümt meine Ansichten hier schildere:
China liegt mir sehr am Herzen, ich bin sehr gern dort und habe mit einigen Menschen ausgezeichnete Erfahrungen gemacht.
Gerade meine offene Art hat mittlerweile die ernsthaften Gesprächspartner fest mit mir und meiner Zielsetzung verbunden, sogar Freundschaften entstehen lassen, die nicht nur auf Vorteilsnahme begründet sind, wie so oft.
Das ganze scheinheilige Getue finde ich zum Kotzen und leiste mir den Luxus der freien Meinungsäußerung, allerdings ohne zu beleidigen und nur bei gegebenem Anlaß.

Viele meiner geschäftlichen Erfolge habe ich gerade auf dieser Grundlage zustande bringen können.

In meinem direkten Umfeld ist eine meiner besten Mitarbeiterinnen eine allein erziehende Mutter, deren Geschichte ich sehr genau kenne.

Die Frau hat in einer bewundernswerten Weise ihre Situation gemeistert, sich gegen eine Abtreibung erfolgreich gewehrt und lebt ihr Leben als AE in einer Männergesellschaft.

Leider ist dies nur eine Ausnahmeerscheinung und zeigt in keiner Weise die tatsächliche Situation in China.

Steve
 
 
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Yelloperilopremium member
19-jul-04
"Da hat sich manch ein Zeitgenosse seine berufliche Nische gesucht, genießt seinen Drink bei ?Bobby Reich? an der Alster, kennt die Hamburger Szenelokale bestens und brüstet sich mit Modebewußtsein und seiner Zugehörigkeit zur Klasse der Reichen und Schönen.

Kommt es aber zu ernsthaften Diskussionen, erfolgt nur ein Abfeuern von Kanonen und alle Kritik wird schärfstens zurück gewiesen. Worauf wird verwiesen? Natürlich auf die Kolonialgeschichte und die Arroganz der westlichen Welt, daneben natürlich auf die lange Mauer und die glorreiche chinesische Geschichte!

Was haben diese Traumtänzer selbst zu der Geschichte und der Entwicklung ihres Landes beigetragen? NICHTS."

Der Leser sotltel das das sicherlich als Kritik an meiner Person verstehen, dann bitte dies auch unverblümt und mit Namensnennung zu tun.

Andererseits kennst Du mein Hintergrund nicht und die Geschichte meiner Famile noch weniger. Deine Kritik beruht bisher nur auf Vermutungen, die mit meiner Realität weder Schnitt- noch Berührungspunkte hat.

YP

PS: Ich habe mich in dieser Diskussion nicht gemeldet, weil ich momentan nicht die Zeit habe.
 
 
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