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aw: chinesische Ignoranz?   guter beitrag schlechter beitrag
Frieder Demmer
09-nov-06
"Was aber zu oft passiert, um es locker hinnehmen zu können, ist, dass sie all dies oben Beschriebene ignorieren oder direkt ausschlagen, manchmal sogar aversiv reagieren - trotz der dazugehörigen Vorsichtigkeit beim handling."

a) Dass jemand in einem stark hierarchischen und zudem kompetetiven Umfeld eine vorgeschlagene Verbesserung nicht vor der Nase des Vorschlagenden umsetzt bedeutet weder, dass er sie nicht verstanden hat, noch, dass er sie gar nicht umsetzt.

b) Je mehr man sich überlegen wähnenden Menschen das Gefühl nimmt, überlegen zu sein, desto mehr versuchen sie ihre Überlegenheit nachzuweisen - das funktioniert wechselseitig: Der Westler erzählt was man NOCH besser machen könnte, müsste, dürfte, der Chinese lässt ihn abblitzen, der Westler... . Das Ergebnis ist ein zwar verzögerter aber dafür umso intensiverer Transfer.

c) Ungefragte Verbesserungsvorschläge kommen NIRGENDS gut an.

"Viele gebildete & intelligente Chinesen wissen sehr wohl, wie es um ihr Land bestellt ist und wie schlecht sie in den meisten Bereichen im internationalen Vergleich abschneiden."

Für einen weniger intelligenten und gebildeten Deutschen im Forum bäte ich um eine kleine Aufklärung:

Welche vergleichbar große Einheit in dieser Welt steht denn tatsächlich so viel besser da als China?

Keine Scherzfrage!

Frust rührt u.a. aus falschen Erwartungen. Wichtig ist in diesem Sinne, dass sich China in der Summe nicht wirklich viel um unsere Erwartungen schert. Das ist einer der Kernpunkte, den man für sich in diesem Land auf die Reihe kriegen muss, will man sich nicht kaputt machen.

Wünsche in diesem Sinne gute Erholung.
 
 
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gersina
10-nov-06
ehrlich gesagt weiss ich gar nicht, was eigentlich erwartet wird. die meisten artikel gehen von der grundlage aus, dass die lieben deutschen firmen und die der anderen nationen hier sind, um den armen chinesen zu helfen. und die wollen gar nicht............na sowas.

manno, die firmen sind hier, weil sie billigen arbeitskraefte nutzen um erstens mehr profit zu machen und weil alle denken, sie verpassen sonst etwas. der deckmantel der naechstenliebe ist doch wohl etwas weit hergeholt.
und die chinesen werden einfach so behandelt, wie man sie haben moechte, billige arbeitkraefte. wo will man denn da toleranz erwarten? diese erwartungshaltung ist doch wohl die groesste ignoranz.

ich will nicht unbedingt das system anprangern, weil es nun mal seit menschengedenken so ist, dass sich nach der decke gestreckt wird. aber dann sollte man doch nicht auch noch den spiess umkehren wollen.
 
 
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ASIA
18-nov-06
Na ja, es war ursprünglich von einem Non-profit-Bereich die Rede, in dem die Chinesen sehr wohl wissen, dass sie Nachhol- bzw. Veränderungsbedarf haben & dies wohl auch wollen. Trotzdem: Resistenz & Ignoranz. Also, genauer lesen!
 
 
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Saiber
19-nov-06
"...dass sie Nachhol- bzw. Veränderungsbedarf haben & ."

und dann auf einmal

"Trotzdem: Resistenz & Ignoranz"

Warum das?
Sie wollen sich aendern aber sind "Resistent" und "Ignorant"? Wer ignorant ist und resistent gegen alle 'gutgemeinten Tipps und Ratschlaegen', der hat keinen Willen sich von seiner bisherigen Lebensweise weg zu aendern. Also was jetzt?

Sie wissen, dass sie Nachhol- bzw. Veraenderungsbedarf haben UND sie wollen dies auch. Das hast du gemerkt und das siehst du offentsichtlich auch ein, weil wenn man raussieht auf die Strassen, das China langsam nicht mehr das China vor 20 Jahren waren. Es aendert sich etwas und man hatte/hat den Willen dazu.

So, also warum "Resistenz & Ingnoranz"?
Vielleicht weil Chinesen sich viel, aber viel zuviel, zu langsam veraendern? Und deshalb ignorant gegenueber der 'vorgegebenen und erwartete Zeit' sind?
Weil Chinesen sich immer noch nicht so verhalten wie die deutsche Vorstellung es vorschreibt? Und deshalb demgegenueber resistent?

Wieviel Zeit ist man gewillt den Chinesen zu geben, damit man nicht mehr von "Chinesischer Ignoranz" sprechen kann?
Ich warte seit einpaar Threads darauf.
 
 
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JoSy
19-nov-06
Na ja, es scheint, als hätten viele hier ähnliche Erfahrungen gemacht. Auch ich kann aus meinem Bereich bestätigen, dass eine gewisse Einsicht in die Notwendigkeit der Veränderung/ Neuerung UND auch ein gewisser Wille vorhanden ist, wenn nur damit keine Mehrarbeit & kein nennenswerter Aufwand verbunden ist. Neue Wege sind immer so schrecklich mühsam.

@Saiber
Wie viel Zeit wäre denn deiner Meinung nsch im angemessenen Rahmen? Ich sehe nur, dass einige Veränderungen ziemlich schnell aufgenommen & umgesetzt werden, wenn der Vorteil glasklar und direkt auf der Hand liegt, am besten in geldwerter Form. Wenn aber die Vorteile nicht gleich & sofort spürbar sind, fehlt es doch vielen an Abstraktionsvermögen, langfristigem, perspektivischem Denken & vielleicht auch an Geduld, bereits heute Mehraufwand zu betreiben. Wozu auch? Hat ja bis jetzt auch in den alten Bahnen einigermaßen funktioniert...
Die chinesische Abneigung gegen Perfektionismus - alles Vollkommene verblüht schnell - kommt wohl auch in diesem Bereich zum Tragen.
 
 
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Saiber
19-nov-06
"Wie viel Zeit wäre denn deiner Meinung nsch im angemessenen Rahmen?"

Ich beschraenke mich nicht mit Zeitlimits und schreibe diese auch nicht vor wenn es um gesellschaftliche Entwicklung geht im Gegensatz zu einigen limited minded hier.
Wir sprechen hier nicht ueber die alltaeglichen Verhaltensweisen von einer kleine Gruppe Menschen als Gesellschaft wie in einer Company sondern von einem Volk mit einpaar Koepfen mehr, die in der einen Gesellschaft Jahrzehnte wenn nicht Jahrtausend Verhaltensmuster in sich tragen, die man nicht so mit einem Schnips einfach nach seinen Erwartungen wegradiert bekommt. Natuerlich bleibt auch die Frage warum man seine/diese Erwartung als 'rechtens' an sieht und diese noch IN dieser Generation geltend machen will.

"Ich sehe nur, dass einige Veränderungen ziemlich schnell aufgenommen & umgesetzt werden, wenn der Vorteil glasklar und direkt auf der Hand liegt, am besten in geldwerter Form."

Von welchen Veraenderungen sprichst du und haben sie auch mit den angesprochenen 'typischen' hier abgelehnten Verhaltensmuster zu tun?

"Wenn aber die Vorteile nicht gleich & sofort spürbar sind, fehlt es doch vielen an Abstraktionsvermögen, langfristigem, perspektivischem Denken & vielleicht auch an Geduld, bereits heute Mehraufwand zu betreiben."

Sehr schoen beobachtet. Abstraktionsvermoegen, langfristig, perspektivisches Denken.....
Langfristig geseckte und geplante Ziele und Perspektiven in welche Wegen und fuer wen und in welcher Form fuer wen zufriedenstellend? Du hast persoenlich fuer dich selbst individuell ein klares Bild von China und wie China sein muesste und auch fuer die Zukunft. Die Chinesen aber auch. Auch wenn ihre Perspektive angeblich nicht so lange hinausreicht wie deine.

"Die chinesische Abneigung gegen Perfektionismus..."
Perfektionismus nach welcher 'subjektiven' Vorstellung? Wie ist eine Sache Perfekt oder was ist noetig dafuer?
Es gibt vieles zu tun, ja. Aber alles auf einmal und so nur um euch zu gefallen?
 
 
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Saiber
19-nov-06
Was ist noetig um einen Menschen in seinem Verhalten, der seit seiner Kindheit in der Erziehung und der gegebenen Umgebung so gepraegt worden ist, zu aendern. Wenn mir mal so sprechen wollen.
Dann kommen noch Schwierigkeiten dazu, dass es nicht nur mit EINEN Menschen geschehen ist, sondern eine ganze Gesellschaft mit einer Milliarden Menschen, die die gleichen Verhaltensweisen zeigen und den einen immer wieder in die gleiche vorherige Verhaltensweise zurueckziehen. Fuer euch gelten Hongkong und Taiwan als moderne fortschrittliche Gesellschaften. Sogar als 'westlich' ansehen. Aber geht mal weg von den Touristengegenden (Tsim Sha Tsui, Honkong Island Central etc) oder schaut genauer hin und ihr werdet immer noch Menschen finden, die sich nicht 'westlich' in dem Sinne verhalten. Nein, diese sind keine kurz dazugezogenen Mainlander und Hongkong, Taiwan mit ihrer Gesellschaften waren nicht seit Anbegin ihrer Zeiten so, wie sie heute sind.

Hochglanz Skyscrapes, moderne Strassen, Einkaufshaeuser, Nobelmarken, Luxushotels gabs schon vor 60 Jahren. Das was ihr aber an diesen beiden Orten moegt, kam erst viel viel spaeter. Viel spaeter und liegt nicht so lange zurueck wie ihr denkt. Das gleiche kann man von Japan, Suedkorea, Malaysia, Singapore, Thailand und heute auch Vietnam sagen, obwohl Vietnam in der Entwicklung noch hinter Indien und China liegt.
 
 
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Frieder Demmer
19-nov-06
@josy

Ich wäre dankbar, wenn Du etwas konkreter werden könntest. Ich kann nicht bestätigen, dass es chinesischen Mitarbeitern generell an Bereitschaft zu Aufwand und Einsatz fehlt.

Redest Du von Restrukturierungen in Behörden und staatseigenen Betrieben?

Da geht es im Zweifelsfall um Besitzstände gegenüber denen die, über die wir in Deutschland nun seit Jahren sprechen und streiten Fliegenschiss sind.

Oder redest Du von fehlender Motivation auf Workshoplevel oder von altgedienten Managementseilschaften oder oder oder... .

"Neue Wege sind immer so schrecklich mühsam."

Das ist richtig, eingerechnet der ganz besonderen Mühe zu prüfen, ob der beste "neue Weg" vielleicht gar nicht der ist, den man selbst gerade dafür hält ;-).

Was Du bisher beschreibst klingt für mich eher nach Management-, denn nach Mentalitäts"problemen". Es ist ein urgeigenes Problem des Managements, den "mentalitätsgemäßen" Link zwischen Leistung und Leistungsanreiz zu finden. Und es gibt ausreichend Beispiele dafür, dass dieses auch im chinesischen Kulturraum möglich ist.
 
 
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