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Mitarbeiterfuehrung   guter beitrag schlechter beitrag
Mitarbeiteraufstand
21-mai-06
Hallo, ich hab hier eine Frage ueber Mitarbeiteraufstand:
Meine chinesischen Mitarbeiter (weiss nicht ob alle oder nur einzelne) haben ein Mail an meinen deutschen Chef geschrieben und mich darin an den Pranger gestellt. Was ich alles Falsch mache und das geht bis zum Vorwurf ich lasse mich bestechen und oder bevorzuge bestimmte Lieferanten.
Im Mail steht wirklich ein haufen Muell ohne jede Grundlage, in Deutschland ist so etwas nicht moeglich. Kein Mitarbeiter wuerde so etwas tun ohne 100% Absicherung, also Wahrheit mit Beweisen. Ich wuerde natuerlich alle Beteiligten sofort Kuendigen.
>nun aber die Fragen
Muss man bei chinesischen Mitarbeitern mit so etwas rechnen?
Hat jemand mit so etwas Erfahrung?
Wie muss man reagieren?
Danke fuer Eure (hoffentlich guten) Kommentare
 
 
aw: Mitarbeiterfuehrung   guter beitrag schlechter beitrag
JoSy
21-mai-06
Ich würde mich als erstes ernsthaft fragen, wie so eine Situation überhaupt entstehen konnte - d.h., was hat das mit dir zu tun?
Vielleicht zu spät, aber evtl. doch noch möglich:
Als zweites würde ich mal ein Meeting mit allen Betroffenen einberufen, in dem du ihnen die Möglichkeit anbietest, Stellung zu nehmen (ob das bei Chinesen funktioniert, weiß ich leider echt nicht. Wahrscheinlich nicht, aber es ist mal einen Versuch wert & interessant wären die Reaktionen allemal - auch für die Zukunft).
Was deine dt. Firma anbetrifft, so werden deine Chefs dem angeblich "sachlichen" Teil sicherlich keine große Bedeutung beimessen, sofern keine Belege geliefert werden konnten. Aber ich denke, dass sie sich dennoch Gedanken machen werden, ob du "der richtige Mann (?)" für die chinesische Firma bist, wenn es zu derartigen Zwischenfällen kommen kann. Je nachdem, wie gut sie die hiesigen Umstände kennen...
Von wem hast du davon erfahren? Hat die dt. Firma bereits reagiert? Wahrscheinlich wäre es dann besser, eine eigene Stellungnahme zur Klärung zu verfassen.

Einige Spekulationen, und nur meine Meinung, keine Erfahrungswerte, sorry.
 
 
aw: Mitarbeiterfuehrung   guter beitrag schlechter beitrag
bizman
21-mai-06
>Ich würde mich als erstes ernsthaft fragen, wie so eine Situation überhaupt entstehen konnte

Ganz klar, der verwendet SEINE Lieferanten und NICHT die Lieferanten wo die China mit Abzocken.

>Kein Mitarbeiter wuerde so etwas tun ohne 100% Absicherung, also Wahrheit mit Beweisen.

Aus meiner Erfahrung luegen Chinesen wie gedruckt.

Ich wuerde die Redelsfuehrer ausfindig machen und rasuschmeissen.
 
 
aw: Mitarbeiterfuehrung   guter beitrag schlechter beitrag
oOWOo
21-mai-06
1. Meeting einberufen und schauen wo der Schuh drueckt.
2. Die Person, die die Geschaeftsleitung kontaktiert hat, feuern, schliesslich wirst Du dieser nie wieder trauen koennen (und Du setzt ein Exempel).
3. Weiterhin mit Deinen Fabrikanten arbeiten. Es kann sein, dass bevor Du gekommen bist sich viele eine goldene Nase mit ihren Fabrikanten verdient haben und nun Schluss ist. Vielleicht liegt da das Problem (hoffentlich fuer Dich).
4. Email nach D schreiben.
 
 
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YZD
21-mai-06
1. Kein Meeting! Warum soll man Leute, die man wegen Verleumdung etc. rausschmeißen wird, aufwerten? Von dritter Seite könnte dann unterstellt werden, daß man sich arrangieren wird, arrangieren mußte!
2. Hoffentlich gibt es bereits vorbereitete Daten, mit denen die Hintergründe der Verleumdung gegenüber der deutschen Seite erläutert werden können. Nicht nur einer Person (Vorgesetzter) gegenüber! Gegen Intrigen hilft nur Öffentlichkeit.
3. Lieber mehr als weniger rausschmeißen, aber die Geschäftsfähigkeit aufrecht erhalten. Sobald neue Leute verfügbar sind, eventuell den betroffenen Rest austauschen. Dies mit Ansage gegenüber D, und nur dort. Schriftlich!
4. Krisen sind Chancen, also kann man sich in D als Macher darstellen, der in einem schwierigen Umwelt arbeitet und sich durchsetzt.
5. Pauschale Aussagen vermeiden. Eine Aussage wie "Chinesen lügen wie gedruckt" ist sachlich falsch und zu dünn, um in D die aufgekommenen Vorwürfe zurückzuweisen.
6. Chinesisch lernen und ein Frühwarnsystem aufbauen. Motto: Meine Leute arbeiten für mich.
7. Daran denken, daß einige Deutsche wie einige Chinesen lügen. Haben die Chinesen sich abgesichert? Steht der Nachfolger aus D schon bereit? Mit Intrigen kann man bei jedem Mitarbeiter rechnen, auch beim Chef. Der ganze Vorgang könnte überall geschehen.
YZD
 
 
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bizman
21-mai-06
>1. Kein Meeting!

Sehe ich auch so. Die Vertrauensbasis IST zerstoert.

>4. Krisen sind Chancen, also kann man sich in D als Macher darstellen,

Stimme 100% zu!

>Eine Aussage wie "Chinesen lügen wie gedruckt" ist sachlich falsch

Das ist sachlich richtig. Das verstehen aber nur Chinakenner und man kann es daher nicht in DE verkaufen.
 
 
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Frieder Demmer
21-mai-06
Chinesen können lügen - und das relativ gut. Ob Sie es tun ist eine zweite Frage, und kein Selbstläufer. Ein schwaches Argument dadurch zu verkaufen, dass man sagt, wer es nicht verstünde, sei inkompetent ist ogffensichtlich nicht nur in China ein beliebter Weg Lügen und Halbwahrheiten zu legitimieren :-)

Die beschriebene Situation wiederum ist eine absolut typische und ihr Handling kann mitentscheidend für die weitere Entwicklung der Firma sein.

Ohne 100% Rückendeckung vom Headquarter (und das znächst einmal unabhängig vom Sachverhalt!) kannst Du dabei sofort Deine Sachen packen.

Alles weitere ist anhand der vorhandenen Informationen nicht sinnvoll zu bearbeiten. Kann tatsächlich (und nicht unwahrscheinlich) eine Kick-Back-Kiste sein, aber auch ein Test, oder eine Retourkutsche. Es kann je nach Hintergrund durchaus sinnvoll, wenn nicht sogar notwendig sein, jemanden zu kündigen, muss aber nicht.

Das Vertrauensverhältnis ist nicht zerstört - es hat in diesem Fall ganz sicher nie bestanden!

Dass es mehrere Mails gibt und dass Du vom Headquarter nicht mitgeteilt bekommst, wer und wieviele Deiner Mitarbeiter an der Sache beteiligt waren, ist ein ganz schlechtes Zeichen (s.o.). Ein Vorgesetzter in China lebt von seinem Informationsstand über die Mitarbeiter - und der scheint bei Dir (mit Verlaub) mehr als ausbaufähig. Daher Maßnahme Nr. 1: Lern die Leute die Du nach dieser Sache noch hast besser kennen!

Eines noch: Auch in Deutschland gibt es Attacken unter der Gürtellinie und es werden mitnichten stets alle Beteiligten einfach gefeuert - wäre nett wenn das immer so einfach wäre.

In diesem Sinne: Viel Glueck!
 
 
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bizman
21-mai-06
>Auch in Deutschland gibt es Attacken unter der Gürtellinie und es werden mitnichten stets alle Beteiligten einfach gefeuert

Das hat aber eher Arbeitsrechtliche Gruende welche es in China zum Glueck nicht gibt.

>"Chinesen lügen wie gedruckt"

Klar ist das so, klar sollte man sich mit Fakten rechtfertigen. Die Chinesen haben naemlich meisst keine Fakten.
 
 
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bizman
21-mai-06
ich muss natuerlich dazu sagen das ich die Sachlage nicht kenne. Erst wenn man alle Fakten hat kann man den naechsten taktischen Schritt machen. Ferndiagnose ist immer so eine Sache.

Mir gefaellt aber sehr gut:

>4. Krisen sind Chancen, also kann man sich in D als Macher darstellen,
 
 
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checker
21-mai-06
"Meine chinesischen Mitarbeiter (weiss nicht ob alle oder nur einzelne)"

Ich denke, es ist ein Unterschied, ob nur einer ne Mail geschrieben hat oder 10. Auch solltest Du in der Lage sein, ob die nahestehendsten Kollegen von Dir beteiligt waren oder nicht. Schau, dass Du die Entscheidungstraeger bei den Chinesen auf Deine Seite hast. Entscheidungstraeger sind meistens diejenigen, die am meisten verdienen oder groesste Verantwortung tragen. Kein Meeting, wenn, dann Einzelgespraeche.
Oder mach die Hardcore-variante: Wem liegt der Job am meisten? Quetsch den oder die aus und finde ueber die Person heraus, wer dahintersteckt. Ansonsten fängst Du mit dem Feuern bei dieser Person an.

Ansonsten ist schon alles gesagt. Ohne 100% Unterstützung von HQ ist es schwierig.

Entweder Du bist da mies in so ne chinesische Verstrickung reingeraten, oder Du hast einfach keine Fähigkeiten, Chinesen zu führen. Du bist einfach nicht nah genug am Mitarbeiter dran, sonst hättest Du das gerochen.

Viel Glück trotzdem!
 
 
aw: Mitarbeiterfuehrung   guter beitrag schlechter beitrag
pirx
21-mai-06
Alle Beteiligten entlassen, bevor die Oberen Deutschland einen yum SoulßSearching schicken.

Aber, ich wuerde an Deiner Stelle auch mal ein Seminar ins Auge fassen, denn so wie Du die Sache schilderst musst Du eventuell an Deiner Sozialkompetenz was machen. Alleine schafft man das aber nicht!

Schaemen braucht man sich wegen eines solchen Seminars nicht, Du wirst Dich wundern wen Du da alles triffst.

Hier meine persoenliche Empfehlung:

http://www.neuland-development.de/Dienstleistungen/03NEU_Soziale/
 
 
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Frieder Demmer
21-mai-06
"Das hat aber eher Arbeitsrechtliche Gruende welche es in China zum Glueck nicht gibt."

Na das nenne ich mal eine gewagte These... .

Abgesehen davon, dass es keineswegs nur arbeitsrechtliche Gründe hat, dass man es sich nicht immer leisten kann, mal eben so eine ganze Linie zu entlassen :-).
 
 
(thread closed)

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