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Kriegen Chinesinen nicht genug zum Essen?   guter beitrag schlechter beitrag
Gernesserin
03-okt-04
Ich bin diese Woche bei meiner Frauenärztin gewesen zu Routine Untersuchung. Sie hat festgestellt daß ich zu dickt bin für chinesische Verhaltniss, da ich eine Chinesin bin. Sie meint noch daß in ihre Erinnerungen alle Chinesinen aus China oder in China dürr und gertenschlank sind. Sie haben sicherlich in China nicht genug zum Essen. Toternst hat sie gemeint. Ich dagegen hätte in D zu viel und zu gut gegessen.

Ich bin total erschocken daß noch Leute gibt die noch so ein Bild von China haben, daß die Chinesen nicht genug zum essen kriegen. Sicherlich gibt's noch ärmlicher Gegend wo Essen nicht so viel vielseitig vorhanden sind. Aber in China muss keiner hungern heuzutage.

Von meiner Antwort daß in China im Gegenteil zuviel Essen und zuviel Auswahl im Angebot sind und ich jedesmal in China im Urlaub reichliche Kilos zulege, war meine Frauenärztin richtig überrascht. Ihren Geschichtsausdruck hat man ja gesehen.

Aus dem Behandelungszimmer ausgegange habe ich nur gegrummelt wie kann man nur so uninformiert sein. Da läuft ja doch Pausenlos Berichte im Fernsehen über China die auch wahrhaftig sind, zumindestens zum Teil.
Kopf schütteln.

Was noch besser ist, wie ich zuhause zufällig ihre zusätzliche Behandlungsangebote was die KK nicht bezahlt, geblättert habe, sehe ich daß die Ärztin selbst noch chinesische Akupunktur anbietet.
Oh, offentsichlich ist die gut Dame seit 15 Jahre nicht mehr nach China verreist oder ist sie noch nie in China gewesen. Akupunktur bei ihr? Oh nein, Danke.

Gernesserin
 
 
aw: Kriegen Chinesinen nicht genug zum Ess   guter beitrag schlechter beitrag
HumphreY
03-okt-04
Du muss Dich daran gewöhnen, dass für die meisten Deutschen die heile Welt irgendwo an der Grenze zu Polen, und unterhalb Mallorca aufhört.

Der Rest der Welt ist einfach dumm, kritikwürdig, uninteressant, schmutzig, und bemitleidenswert im Sinne der Brot für die Welt Plakate.

Die meisten sehen das Bild eines durchgemagerten afrikanischen Kindes und denkt gleich, ouch ist die Welt schlimm da draussen. Zum Glück leben ich hier in Deutschland.

Zusätzlich wird diese Vorstellung natürlich noch durch zunehmende Anzahl an Asylanten, Flüchtlinge und illegale ausländische Arbeiter in Deutschland verstärkt. Da wird nicht unterschieden nach Nationalitäten. Das sind alles Ausländer und die kommen zu uns, weil wir es hier besser haben. Daraus entsteht natürlich erstmal Abneigung aber auch gleichzeitig ein Gefühl der Überheblichkeit und Überlegenheit.

Und dann sind natürlich noch die Medien, die über den Rest der Welt schon immer lieber kritische Worte fallen lassen als positives zu berichten. Krisen, Kriege, Hungersnöten. Das alles prasselt auf den Durchschnittsdeutschen nieder und der ist gar nicht in der Lage zu differenzieren. Es ist einfach der Rest der Welt, der so arm dran ist.

Natürlich gibt es Ausnahmen. Aber die gibt es doch echt überall oder?


Und was speziell China betrifft. China hat sich in den letzten 20 Jahren stark gewandelt. 20 Jahre sind in Deutschland eigentlich ein Klacks. Die Leute waren vor 20 Jahren hier vergleichsweise genauso wohlhaben wie heute (ok, vielleicht sogar noch etwas mehr als heute). Wenn ein Deutscher vor 10 Jahren in China war, dann ist es für ihn natürlich unvorstellbar, dass innerhalb dieser kurzen Zeit sich so gravierende Veränderungen in einem Land stattfinden kann.
 
 
aw: Kriegen Chinesinen nicht genug zum Essen?   guter beitrag schlechter beitrag
an D. leidender Deutscher
04-okt-04
...Danke HumphreY !

Denk ich an Deutschland in der Nacht - bin ich um den Schlaf gebracht.
So reich, schoen und weitgereist - und doch so arm und fett der Geist.
 
 
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mitleser
04-okt-04
>Wenn ein Deutscher vor 10 Jahren in China war, dann ist es für ihn natürlich unvorstellbar, dass innerhalb dieser kurzen Zeit sich so gravierende Veränderungen in einem Land stattfinden kann.

Genaugenommen sind diese Veranderungen nur entlang der Kueste bis ca. 100Km in's Land rein. Dahinter herscht fast ueberall der Geist von 1985.
 
 
aw: Kriegen Chinesinen nicht genug zum Essen?   guter beitrag schlechter beitrag
van helsing
04-okt-04
'Genaugenommen sind diese Veranderungen nur entlang der Kueste bis ca. 100Km in's Land rein. Dahinter herscht fast ueberall der Geist von 1985.'

wieder einmal dürfen die forumiten sich über die hirnlose ergüsse des 'mitlesers' freuen.

nur zu deiner information, peking ist schon 200 km von der küste entfernt.
 
 
aw: Kriegen Chinesinen nicht genug zum Ess   guter beitrag schlechter beitrag
HumphreY
04-okt-04
@mitleser

das stimmt nicht ganz.

Auch wenn die Entwicklung in Landesinneren noch nicht so massiv ist wie an der Küstenregion, so ist der "Geist" der freien Marktwirtschaft doch in China mittlerweile überall angekommen. Egal ob , Qinghai, Sichuan, Yunan oder XinJiang, Tibet, Harbin. Überall hat sich die Lebensqualität wesentlich verbessert.

Die wirtschaftliche Entwicklung in China ist kein diskretes Phänomen, das sich mit klaren Abgrenzung sich langsam landeinwärts schiebt. Vielmehr wird diese Entwickung von den Großstädten in den Hinterlandregionen getragen, also ChongQing, Lhasa, Urumqi, Xian usw. Diese "Hotspots" übertragen die Änderungen dann auf die Region um sie herum. In sofern ist der wirtschaftliche Aufschwung in China bis auf einige völlig von der Außenwelt isolierten Dorfgemeinschaften omnipräsent.
 
 
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objektiv
04-okt-04
Also irgendwie sind sich chinesen +deutsche ziemlicjh aehnlich: beide voelker halten sich fuer den nabel der welt. in ergaenzung zu dem, was humphrey ueber die deutschen sagt, kann man ueber die chinesen anmerken: sie glauben, dass es nutrin ihrem land eine zivilisation + kultur gibt; ueberall sonst herrscht geschichtslose barbarei vor
 
 
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Marcus
04-okt-04
Hallo,
kann mir es einfach nicht verkneifen: Wieviel wiegst Du ? (Ich weiß, sehr unhöfflich) ;-)
Habe einen sehr objektiven Bericht von Mc Kinsey über China endeckt den Du Deiner Frauenärzten mal zeigen solltest.
Ach ja: @HumphreY
Bitte nicht schon wieder Krieg - Dieser Bericht widerspricht sicher wieder Deiner Meinung. Naja zumindest in teilen.
Also hier der Link:
http://www.mckinsey.de/_downloads/Presse/periodicals_mck_wissen_10_kaufrausch.pdf
 
 
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HumphreY
04-okt-04
@objektiv

Das ist sicherlich richtig, wenn man in die History zurückblickt und sich die chinesischen Dynastien anguckt. Deswegen hat sich China auch politisch und kulturell sehr vom Rest der Welt abgekapselt und das weitesgehend in großen Maßstäben bis ins 20. Jh. hinein. Dann hat sich die Ignoranz halt gerächt. Der Rest der Welt ist an China vorbeigezogen und hat den einstigen Taktgeber des Fortschritts weit hinter sich gelassen.

Mittlerweile ist es wohl eher andersrum der Fall. Die meisten Chinesen haben die Überheblichkeit abgelegt und empfangen die westlichen Werte unreflektiert mit offenen Armen. Die Vergöttung anderer Zivilisationen ist natürlich das andere extrem, was auch Nachteile mit sich bringt und Chinesen ihre eigene Identität raubt.

Letztendes ein Balance zwischen der Tradition und der Moderne hinzukriegen, wie es im Japan praktiziert wird, das müssen die Chinesen noch schaffen.
 
 
aw: Kriegen Chinesinen nicht genug zum Essen?   guter beitrag schlechter beitrag
Yelloperilopremium member
04-okt-04
"...kann man ueber die chinesen anmerken: sie glauben, dass es nutrin ihrem land eine zivilisation + kultur gibt; ueberall sonst herrscht geschichtslose barbarei vor"

Diese Aussage ist aber sehr übertrieben. Kein gebildeter Chinese würde auf die Idee kommen, so etwas zu behaupten. Vielmehr betonen die Chinesen auf die 'Ancienität' ihrer Kultur im Vergleich zu anderen Kulturen. Ein Phänomen, die wir letztendlich überall auf der Welt treffen, auch in Europa. Man erwähnt gerne seine edle und nachweisbare Herkunft (der Adel), wie lange die Firma schon existiert oder wie alt ein Kunstwerk ist, um sich oder dem Gegenstand ein Hauch der Mystik zu verleihen und schließlich die Glaubwürdigkeit zu unterstreichen. Nach dem Motto: Was lange hält, kann nur gut sein. Ein ganz menschliches Verhalten.

YP
 
 
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HumphreY
04-okt-04
@Marcus

Wie kommst Du auf Krieg? Ich betreibe wenn dann nur "peaceful disobedience" ;)

Und was die Studie angeht, das ist ja auch ein Bericht von McKinsey. Die überbezahlten Schlipsträger am Taunustor wissen schon, warum sie China hochloben wollen/müssen. Nur, sie wissen auch, wie wenig Leute hierzulande wirklich was über China wissen als die zweistelligen Wirtschaftswachstumsrate (die China ja gar nicht mehr hat).

Nicht umsonst existiert deswegen das McKinsey Projekt "Asia House", welches chinesische Studenten für McK Office in China anwirbt. Die wissen schon, warum es besser ist, Native-speakers zu suchen ;)
 
 
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HumphreY
04-okt-04
Und Unternehmensberater werden bezahlt, damit sie sich möglichst "objektiv" ausdrücken und sich ja nicht festlegen. Es könnte ja daneben gehen :)

Also repräsentativ für die deutsche Medienberichterstattung ist es wohl nicht.
 
 
aw: Kriegen Chinesinen nicht genug zum Essen?   guter beitrag schlechter beitrag
Marcus
04-okt-04
Über McKinsey müssen wir nicht streiten.
Allerdings gibt er gut wieder was sich in China in den letzten Jahren verändert hat. Sehe es auch gut in dem Heimatort meiner Frau. Jetzt aber zurück zum Thema.
Zitat McKinsey "Seit die Pekinger mehr als 50 Prozent für andere Annehmlichkeiten des Lebens als für Nahrung ausgeben können, ist ?Chi-le-ma?, ?Hast du gegessen??, aus der Umgangssprache verschwunden."
Sicher ist der Wohlstand in China gestiegen, keine Frage. Ich sehe trotzdem das Problem der Übergewichtigen. In jedem Industrieland nimmt diese Quote zu. In China geht der Wandel allerdings auch hier zu schnell. Wenn ich mir die jungen Chinesen (noch nicht die Mehrheit) ansehe wie sie McDonald und Co. belagern wird mir schon anders. Auch die dicken Kinder nehmen zu (Wie überall auf der Welt).
 
 
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HumphreY
04-okt-04
@Markus

Hm ich muss zugeben, ich blicke bei deiner Argumentation nicht ganz durch :)

Das Thema des Threads ist doch die Unwissenheit der deutschen Bevölkerung über die Zustände außerhalb von (West-) Europa. Die Threadstarterin hat ja nicht über Übergewicht beklagt, sondern darüber, dass ihre Ärztin meint, Chinesinnen können/dürfen gar nicht "mollig" sein, weil es ihnen doch so schlecht geht.

Das Problem der Fettleibigkeit chinesischer Kinder resultiert zwar auch aus der Tatsache, dass die Invasion des Fast Foods in China bereits geglückt ist, aber der Hauptgrund ist wohl immer noch die Ein-Kind-Politik. Die "kleinen Kaiser" werden halt einfach zu sehr verwöhnt. Das kannst Du nicht mit dem Rest der Welt vergleichen, zumal mit "überall auf der Welt" meinst Du wohl eher den Anglo-amerikanischen Raum + Europa. Kann mir nicht vorstellen dass fettleibige Kinder in Namibia oder Bolivien ein Problem sind .
 
 
aw: Kriegen Chinesinen nicht genug zum Essen?   guter beitrag schlechter beitrag
rontom
06-okt-04
das sind genau die zwei meinungen, die ich auch immer antreffe:
1. in china sind alle arm, man hält sich konkubinen, man muss in maoanzügen rumlaufen
oder
2. 1,4 milliarden chinesen wollen demnächst audi und bmw fahren, blos dumm, dass ein paar alte opas mit ihren fahrrädern die strassen versperren.

war vor 'ner weile bei 'nem vortrag über china von 'roland berger', das war so krass daneben (noch mehr als der artikel von mckinsey), dass ich wirklich nicht weiss, was mir lieber sein soll.

die allgemein verbreitete meinung, chinesinnen seien den männern gegenüber unterwürfig ist für eine chinesin in deutschland wahrscheinlich ähnlich unangenehm, wie das vorurteil mit dem essen.

aber andererseits: so kann ich mich wenigstens auch mal schlau fühlen, wenn die anderen noch weniger wissen ;-)

viele grüße
rontom
 
 
aw: Kriegen Chinesinen nicht genug zum Essen?   guter beitrag schlechter beitrag
Gernesserin
06-okt-04
@Marcus
ja, Marcus. Ich schäme mich so sehr wenn ich meine Gewicht in dieser globaler Öffentlichkeit verraten muss. Ich bin doch so empfindlich. Nein, lieber nicht. Aber eins kann ich dir verraten. Meine Konfektionsgröße schwankt zwischen 38 und 40 deutsche Größe jenach welcher Schnitt und welchem Hersteller. Natürlich diese Größe ist für chinesische Verhältnisse ziemlich groß. Die junge Chinesinen haben die Größe meistens zw. 32 und 36. Ich bin dagen entschieden zu dick. Aber ich bin auch nicht mehr 18. oder 28.

Soweit ich weiss, heutztage Abnehmen, Gewichtsreduzierung ist schon längst das Alltagsthema von Chinesinen und gerade jungen chinesinen geworden. Die HK Chinesinen geben sogar eine Menge Geld aus wenn sie das haben, um eine spezielle Nachrungszusammensetzung und Fitness Program zu bekommen. Viele schaffen das was der Karl Lagerfeld geschafft hat, nämlich radikal Abnehmen.

@ rontom
die Beratungen über China Geschäfte von Roland Berger in den 90erJahren waren schon oft daneben gewessen. Also in der neuen Jahrhundert hat er auch nichts was besseres. Tja, das Thema China, komplex, komplex. Welches Superhirn kann uns einleuchten? Bis dahin

Ich esse gern weiter

Ger
 
 
aw: Kriegen Chinesinen nicht genug zum Ess   guter beitrag schlechter beitrag
HumphreY
15-okt-04
Ausnahme bestätigen die Regeln. Aber ich habe den Eindruck, dass Chinesen, die hier in Deutschland aufgewachsen sind, auch etwas kräftiger gebaut sind als ihre Landsleute in China.

Ich will mich da nicht verzetteln, glaube aber, dass hat durchaus was mit der Ernährung zu tun. Speziell Milchprodukte stehen doch in China relativ selten auf dem Speiseplan. Und Sojamilch ist halt doch kein vollwärtiger Ersatz.
 
 
(thread closed)

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